Samstag, 23. April 2016

Wenn du keine Brötchen kleben willst...

..es nähert sich .. unaufhaltsam.... du hast keine Chance, die Kollegen überlegen schon, wo der Beamer hin soll, die ersten Anfragen zum Pickerltausch trudeln ein....du beherrscht dich mit letzter Mühe. Stichwort Sammeltrieb gegen Was soll ich mit Fotos von Fußballern?

Aber die beste Buchhandlung von allen hat auch hier eine sehr schöne Lösung parat, sozusagen das Sammelheft mit von Künstlern gestalteten Bildern und Hilfe in einem: tschutti heftli.

tschutti heftli
Und sogar das Kitten ist inzwischen drauf gekommen, dass runde - mehr oder weniger - Dinge durch die Wohnung kicken Spaß macht. Wobei sie als echtes Rollenspielermädel am Liebsten mit dem Plüsch-W20 durchs Gelände düst - wehe dem Gast, der gerade barfuß in die Bahn gerät. Und bevor wer fragt - ja, sie ist fast blind.


Fehlen da nicht noch 2 Würfel für DSA?












Sonntag, 17. April 2016

Wenn der Bäcker zweimal kingelt

Ja, lange ist es her, dass hier ein Post erfolgte.

Viel hat sich getan, oder auch nicht. 

Vor ein paar Wochen ist ein Gast hier eingezogen und sorgt für ordentlich Wirbel. Man darf sich allerdings nicht vom unschuldigen Gesichtsausdruck der Kategorie "Ich wars nicht!" ablenken lassen.
Am besten schläfts sich doch auf der Tasche.
Ich?!
Im Zweifelsfall nämlich doch!

Und es wird wieder im Haushalt Rao gebacken....diesmal frei nach portugiesischer Sitte 

Pasteis de Nata


* 1 Blätterteig
* Gemahlener Zimt
* 1/2 Liter Schlagobers
* 1 EL Vanilleextrakt
* 275 g Rohrzucker
* 3 EL Maisstärke
* 6 Eigelb
* Salz, eine Prise

1 Muffinblech, 12 Papierförmchen

Breitet den Blätterteig aus, bestreut ihn mit Zimt, rollt ihn an der länglichen Seite zu einer Rolle zusammen. In 12 gleich große Stücke schneiden.  Setzt die Blätterteigstückchen hochkant in das Blech und drückt sie so auseinander dass ihr kleine Schälchen habt, wo dann die Füllung rein kommt.

Heizt das Backrohr auf 190°C vor.

Die Füllung entspricht eigentlich ziemlich genau der Zubereitung eines Vanillepuddings.

In die eine Hälfte des Schlagobers die Maisstärke und die 6 Eigelb verrühren, dass ihr eine glatte Flüssigkeit habt.

Die zweite Hälfte mit dem Vanilleextrakt, dem Rohrzucker und der Prise Salz aufkochen lassen, dabei immer schön rühren, Wenn das Milch-Zucker-Gemisch aufkocht, die andere Mischung hinzu und solange rühren, bis es eindickt. 

Den Pudding in die Förmchen füllen, das Ganze ab ins Rohr auf mittlerer Schien 20 Minuten lang backen lassen.

Rausnehmen, traurig zusehen wie sie zusammenfallen - das ist normal -, mit Vanillezucker bestreuen und dann schnell die Finger in Sicherheit bringen, wenn die Verwandschaft zuschlägt :)

Ich habe in das Muffinblech Muffinpapier rein getan, damit sie nicht ankleben. Das Blech hat meine Mutter übrigens in den 80er Jahren aus den USA mitgebracht, von einem Klassentreffen vom College.


Hechelnd vorm Backrohr

Hot n yammi!


Von den 12 Stücken waren nach einer Kaffeejause zu dritt noch genau 3 Stück übrig. Der übrig gebliebene Pudding der Füllung wurde so gelöffelt.

Sonntag, 22. November 2015

Fünf sind drei zuviel!

Das gilt für kleine Rettungsboote wie auch für die Anzahl an Stricknadeln.
Ich hatte ja versprochen, dass es öfters mal um Horror geht. Und das Händeln einer unübersichtlichen Anzahl von Stricknadeln gehört eindeutig dazu.

Wie komme ich jetzt darauf? Ich wollte endlich mal eine Mütze stricken und dachte mir, dass muss doch schaffbar sein! Also einfache Anleitung aus dem Netz, gecheckt ob alle Begriffe soweit Sinn machen - alte Wolle, 5 Nadeln und bald darauf noch eine Häkelnadel vervollständigen das Elend.

2 Wochen hat es im Endeffekt gedauert, bis das gute Stück fertig war.

Eine Kombination aus "Stricken für Doofe", Strickanleitung für Mütze aus dem Netz und YouTube sorgten fürs Endresultat. Ich gebe zu, ich habe die Maschenanzahl und die genaue Ab- und Aufnahme eher als Richtlinie verwendet, und der Bommel stand auch nicht in der Anleitung, aber manchen Dinge vergisst man nicht aus der Volksschule.




Sonntag, 15. November 2015

Äpfel einmal anders

Hallo meine Lieben,

wie ich sehe, sind wieder ein paar Tage ins Land gezogen und langsam macht sich bemerkbar, dass Herbst ist. Nicht unbedingt an den Temperaturen, eher an den Bäumen und Sträuchern, die grad etwas verschämt rumstehen, da fast nackt. 

Eine geliebte Komponente des Herbstes ist die Verfügbarkeit von Äpfeln. Diese dürfen nicht gekauft werden, sondern müssen bei Freunden und Bekannten mit Garten erbettelt werden. Aus irgendeinem Grund schmecken diese besser, weiß le Geier.

Vor Jahren aus der Not geboren - so viele Äpfel, was tun damit wenn man Apfelmus hasst, Apfelkompott eher als notwendiges Übel akzeptiert und ständig Apfelkuchen auch langsam fad wird?
Marmelade! Ich mache seit Jahren Apfelmarmelade - vergiss es Rechtschreibkontrolle, das Wort bleibt so! - und variiere je nach Lust und Laune, was noch reinfliegt. 

Also diesmal....

Apfel-Zitronen-Vanille-Marmelade


Man nehme
  • 8-12 Äpfel, je nach Größe
  • 4 Zitronen, Schale unbehandelt
  • 1 Teelöffel Vanille-Extrakt pur - oder 2 Sackerln Vanillezucker, irgendwas in die Richtung. 
  • 1/2 Kilo Gelierzucker, 1:1
3-4 leere, heiß ausgespülte, trockene Gläser

Alkohol zum Abschluss der Marmelade und zum desinfizieren des Deckels vorm Aufschrauben. Hier: Williamsbirne. Kann auch Tequila oder Marillenschnaps sein. Whiskey kam auch gut an beim letzten Mal.

Die Mengenangaben sind eher Augenmaß wie abgewogen, das Gute an Äpfeln ist, die gelieren schon, wenn man sie böse anschaut.

Äpfel schälen, und dann mit dem Messer Scheiben runterraspelt in den Topf, so wie ihr Apfelscheiben für einen Apfelstrudel schnippeln würdet. In den großen, flachen Marmeladetopf. Bei mir ist das ein uralter Riess-Emailtopf, sicher so an die 30 Jahre alt. Mindestens. Erbstück.

Zitronen waschen, beide Enden abschneiden. Achteln, die Kerne raus pullen, dann in dünne Scheiben schneiden. Alles in den Topf, auch den Saft vom Brett.

Den Gelierzucker und das Vanilleextrakt hinzu.

Apfelmarmelade - Bereit zum Kochen
 Marmelade so lange köcheln lassen, bis sie geliert. Gelierprobe: einen Klecks auf einen Teller, ein paar Sekunden warten, Teller schräg halten. Wenn es sich nicht rührt, Marmelade fertig.

Mit einem großen Schöpfer umfüllen. Glücklich, wer diese praktischen Umfüllhilfen besitzt, damit man nicht daneben kleckert. Lohnt sich für alles, auch zum Umfüllen von Gulasch oder Ähnlichem in Gläser für den Kühlschrank.

Den Schnaps in die Deckel gießen, schwenken, auch Schnaps auf die Marmelade im Glas damit alles gut benetzt ist.

Gläser gut zuschrauben, abkühlen lassen, beschriften. Hungrige Naschkatzen abwehren.

Fertig :)

Freitag, 30. Oktober 2015

Halloween - Die Torte des Grauens

Hallo meine Lieben,

nicht was ihr denkt, dass sich die neulich gebackene Torte für die ihr angetanen Fehlgriffe gerächt hat. Es ist Halloween und Rao ist ein großer Fan von Halloween. Ist sozusagen Weihnachten.

Und da im Freundeskreis bei dieser Gelegenheit eine Party ansteht, muss was Gruseliges her.

Schokotorte war bald klar. Gruseliges Element - nicht  meine Backkünste! - einfügen. Finger!

Es wird eine Zombietorte!

Mann nehme: Das längst abgewandelte Rezept eines Schokokuchens, auch bekannt als "wie entziffere ich die mütterliche Handschrift". Baukastenelemente um die Finger zu modellieren und Kekse für die Erde.

Und damit es zeitlich keinen Stress gibt, wird die Torte einen Tag vor der Party gebacken. Und vorsorglich schon Platz im Kühlschrank geschaffen. Und die Stinker entfernt. 

Soweit der Plan.

Zombietorte



Für 12 - theoretisch. Bei entsprechend hungrigen Gästen weniger.

Teigmasse

  • 60 g dunkle Schokolade - Minimum 70% - geschmolzen oder kleingehackt
  • 225 g Butter
  • 225 g Kristallzucker
  • 3 Eier
  • 100  g Mehl
  • 1 Teelöffel Backpulver
  • 1/2 Teelöffel Natron
  • 1 Prise Salz
  • 60 g Kakaopulver
  • 4 Esslöffel Schlagobers
  • 60 g Pinienkerne kleingehackt (können auch Mandeln sein oder Walnüsse). Das Schöne an den Pinienkernen - die nicht ganz zerhackten schauen ein bissel aus wie Würmer.

Füllung

  • Apfelmarmelade (selbstgemacht)  oder eine andere saure Marmelade wie Zitronenmarmelade - kann schon mal ein halbes Glas draufgehen
  • 1-2 Esslöffel Rum

Glasur

  • 140 g dunkle Schokolade - Minimum 70%
  • 90 g Butter
  • 200 g Staubzucker
  • 1/2 Teelöffel Vanilleextrakt oder alternativ 1 Teelöffel Vanillezucker
  • 120 ml Schlagobers

Heizt das Backrohr auf 180° Umluft vor. 
24 cm Tortenform nehmen und buttern und bemehlen.

Schokolade schmelzen oder kleinhacken. 

In einer großen Schüssel die Butter mit dem Kristallzucker flaumig schlagen. Die Schokolade und die drei Eigelb hinzufügen.

Mehl, Natron, Backpulver, Salz und Kakaopulver vermengen und in die große Schüssel hinzufügen. Die Pinienkerne und den Schlagobers hinzufügen. 

Die drei Eiweiß in einer separaten Schüssel steif schlagen. Vorsichtig unter die Masse heben. 

Die Masse in die Backform geben und im Ofen für 45-50 Minuten backen. Wenn sie leicht federt, sollte sie durch sein. Gut auskühlen lassen.

Solange das Ganze im Backrohr ist, ruhig mal die Küche saubermachen und die Utensilien reinigen. Kaffee trinken.

Marmelade am besten mit 1-2 Esslöffel Rum erwärmen,damit sie flüssiger zum Verstreichen ist.



Sobald ausgekühlt, die Torte aus der Form nehmen und waagrecht halbieren. Schiefer Schnitt, krummer Anblick? Hallo, Zombietorte. Perfekt.
Innen großzügig mit Marmelade bestreichen und wieder zusammenkleben. 

Jetzt die Glasur vorbereiten. Die Schokolade mit dem Schlagobers schmelzen (diesmal wirklich). Abkühlen lassen. 
Staubzucker und Butter zusammen mixen und schlagen. Schokolade dazu und solange mischen bis die Masse glatt ist. Den Vanillextrakt auch noch dazumengen nicht vergessen.

Die Torte großzügig damit bekleistern. 

Finger

  • Mannerschnitter und oder Auer Baumstämme
  • Fondant fertiges
  • Rote Farbe
  • Mandelsplitter oder Pinienkerne

Mannerschnitten oder Baumstämme auf die Länge von Fingergliedern zurechtschneiden.
Rosa, schwarzes oder weißes Fondant weich kneten und auf ca. 3-4 Millimeter ausrollen.
Vorsichtig einzelne Finger modellieren, indem die Mannerschnittenstücke bzw. Baumstämme hintereinander aufs Fondant gelegt werden und das Ganze zusammenrollen. In Fingerform bringen.
Die rote Farbe verwenden, um Akzente zu setzten. Fingernägel aus Mandeln einsetzen oder einzelne Pininenkernsplitter. Sind immerhin Zombies, da darf das schon mal ekliger aussehen.
Auf diese Weise am besten 4-8 finger machen.


Erde

  • Oreokekse
Nehmt 2-3 Oreokekse ohne Füllung - diese wandert als Belohnung in den Bäcker. Füllt am Besten ein Jausensackerl damit, zuhalten und klein drücken. Per Hand, Nudelholz, Hauptsache Krümel. Wenn ich es mir recht überlege, nehmt soviele ihr wollt.


Jetzt muss die Torte dran glauben.

Das Finale


Schneidet vorsichtig oben in der Torte einen Spalt und steckt vier Finger so rein, dass man die ersten zwei Glieder sieht, als ob sich eine Hand durchbohrt.
Hebt die Torte vorsichtig an den Seiten hoch um noch mehr Finger unter zuschieben.

Streut die Erde um die Finger die oben aus der Torte kommen, und um die anderen Finger.



Dann nur noch sicher zur Party transportieren und geniessen :)



Montag:   Rabea  –  The Golden Kitz
Dienstag:   Duni  –  lovely ❤ joys
Mittwoch:   Rosy  –  Love Decorations
Donnerstag:   Franzy  –  Der Schlüssel zum Glück
Freitag:   Eva  –  The Rao of Life
Samstag:   Stefanie  –  Löffel & Liebe



Dienstag, 27. Oktober 2015

Das Kind

Als ich das Kind zum ersten Mal sah, ging ich am Spielplatz vorbei. 
Eigentlich ein ganz normaler Nachmittag, nach der Arbeit am Weg nach Hause.
Der Junge mochte zwischen sechs und zehn sein, ich kann das schlecht abschätzen. 
Er saß alleine auf dem Drehteller, die Füße am Boden und schaute nur kurz zu mir herüber.
Er fiel mir nur auf, weil er kurze Hosen und ein Hemd trug. Es war ein schöner Herbstnachmittag, aber nicht so, dass es den doch eher sommerlichen Anblick rechtfertigte.
Der Spielplatz war ansonsten leer, nur gegenüber auf dem Fussballplatz tobten ein paar Kinder, die Schulsachen achtlos auf einen Haufen geworfen.
Ich habe nicht weiter über den Jungen nachgedacht, wozu auch.

Ich könnte nur schwören, dass ich ihn ein paar Wochen später wieder gesehen habe. Wie er im Bus von der Arbeit in der Mitte saß, als ich an ihm vorbei ging.
Ich habe ein schlechtes Gedächtnis, was Gesichter angeht, aber ein kleiner Junge in Sommerkleidung, der alleine sitzt? Vielleicht habe ich es auch nur kurz geträumt. Wie ich mich umdrehte, war er nicht da. 

Die Begegnungen häuften sich. Bald sah ich den Jungen ein- bis zweimal am Tag. Immer irgendwo alleine sitzend, auf jemanden warten. Unbemerkt von den Menschen in seiner Umgebung.

Ich habe ihn in meiner Wohnung gesehen. Ich liege schon im Bett, auf dem schmallen Grat zwischen Wachen und Schlaf, da habe ich noch einmal ich die  Augen aufgemacht, und er schaut mir direkt in die Augen. Sein Kopf in Höhe meines Kopfes, ein ruhiger Blick, ohne Emotion.

Ich schließe die Augen, drehte mich um, und verhalte mich ruhig. Vielleicht glaubt er, dass ich ihn nicht bemerkt habe. Ich hoffe es. Ich habe Angst.

Copyright Karl-Rückert Eva

Dienstag, 13. Oktober 2015

The grusli Goose from other goose....

Nein, ich habe keine Drogen eingeworfen, das ist eine Textzeile aus "Thriller", wie ich sie jahrelang gehört habe. Für zweckdienliche Hinweise, was wirklich gemeint ist, wäre ich sehr dankbar.

Worauf wollte ich eigentlich wirklich hinaus?

Halloween ist in den Startlöchern, zwischen den Blogs wird eifrig gewispert was wir schönes anstellen werden zu Ehren des einzigen offiziellen Tages, bei dem wir hemmungslos unserem Drang nach Horrorfilmen und Verkleiden und Freak Food und Horrorspielen nachgeben dürfen.

Ich dachte mir,  ich habe so viele Konsolen- und Computerspiele, teile doch mal was du dazu geschrieben hast.  Je nach Zeit werde ich eigene Artikel "recyceln" beziehungsweise neue schreiben.
Den Anfang macht ein Artikel, den ich vor ca. 2,5 Jahren fürs Studium geschrieben habe.

Alles Liebe, eure Rao

Dear Esther


Eine Methode Dear Esther zu beschreiben wäre eine poetische Geistergeschichte. Es gibt nichts zu gewinnen außer einem Spaziergang über eine verlassene Insel.

Bruchfetzen von Erinnerungen, die den Spieler ab und zu ereilen, versuchen Licht ins Dunkel zu bringen. Trotz diesem sich mager anhörenden Konzept entpuppt sich Dear Esther, wenn man sich auf das Abenteuer und die Stimmung einlässt, als wunderbare gruselige Unterhaltung für mehrere Stunden. Es lohnt sich durchaus, es mehrmals zu spielen oder besser gesagt einen langen Spaziergang zu unternehmen auf der Insel im Nirgendwo, deren Existenz genauso unsicher ist wie die geistige Gesundheit des Protagonisten. Details ändern sich bei jedem Anlauf, und die Chance, einsame Geister zu entdecken, die sich auf der Insel aufhalten, erhöht den Reiz zusätzlich.

Die Stimmung des Spiels hängt maßgeblich von der Musik von Jessica Curry ab, die abwechselnd melancholisch, bedrohlich oder aufwühlend klingt. So verwundert es auch nicht, dass Dear Esther mehrere Preise gewonnen hat, unter Anderem  2012 den Preis für Excellence in Visual Arts beim Independent Games Festival.

Dear Esther - The Chinese Room - Screenshot Rao
 Dear Esther ist sicher kein Spiel für Ungeduldige, die sich Action oder Interaktion mit der Umgebung oder gar Gegner erwarten. Für aufgeschlossene Spieler, die gerne einen Blick über den Tellerrand riskieren, erweist sich die Reise über die Insel als Abwechslung vom Spiele-Allerlei. Wobei die Kategorisierung von Dear Esther als Spiel allein schon für Debatten sorgen dürfte.

Wer Probleme mit der englischen Sprache hat, wird allerdings mit der Erzählung Probleme kriegen, da auch die eingeblendeten Untertitel nicht unbedingt Klarheit schaffen. Es gibt allerdings Add-ons in anderen Sprachen.

Der Schwerpunkt und Reiz liegt in der Ich-Perspektive, dem sich in der Mitte des Geschehens, direkt vor Ort zu befinden. Die Geschichte und v.a. der eigens dafür komponierte Soundtrack sollen den Spieler in den Bann ziehen. Es wurde großer Wert auf ein sauberes Design der Umgebung gelegt - der Spieler bewegt sich als der Erzähler über die Insel und erzählt Esther Erinnerungsfetzen, die ihm einfallen.

Dear Esther ist ein gelungenes Beispiel für universitäre Forschungsprojekte, die am freien Markt Erfolg haben. Das nährt die Hoffnung auf mehr erfolgreiche Kooperationen von Forschung und Industrie. 

Dear Esther - The Chinese Room - Screenshot Rao
Dear Esther wurde vom Studio thechineseroom entwickelt. Die Ursprünge von thechineseroom liegen in einem Forschungsprojekt über neue Methoden des Geschichtenerzählens und Spielens aus der Ego-Perspektive, in Zusammenhang mit der Doktorarbeit des Kreativ-Direktors von thechineseroom, Dan Pinchbeck. Im Rahmen dieses Projekt entstand  unter Anderem Dear Esther. 2009 begann die Arbeit an einem Remake, nachdem das Spiel schon über 100.000 mal heruntergeladen wurde. 2010 wurde eine Zusammenarbeit mit Valve beschlossen, um das Spiel kommerziell über Steam vertreiben zu können.

Das Studio hat gemeinsam mit Frictional Games das Sequel zu Amnesia: The Dark Descent, welches Amnesia: A Machine For Pigs heißt, veröffentlicht. Ein zweites Projekt ist Everybody's Gone to the Rapture, über den Moment an dem die Apokalypse stattfindet, im Stil von Dear Esther. Das Spiel ist inzwischen für die PS4 erhältlich.

Für Dear Esther gibt es eine klare Spielempfehlung.

5 von 5 für Stimmung
1 von 5 Herzinfakten
0 von 5 Blutbeuteln

Links:


Jessica Curry Homepage

igf.com - 2012 Finalisten und Gewinner